16.12.2019

Forschungsprojekt zu automatisierten Fahrzeugen im ÖPNV abgeschlossen

PTV-Software analysiert Einsatzmöglichkeiten in unterschiedlichen Verkehrsräumen

Karlsruhe, 16. Dezember 2019. New York, London, Hamburg – Städte auf der ganzen Welt testen selbstfahrende Kleinbusse und Shuttle-Fahrzeuge. Doch was ist nötig, damit aus diesen noch sehr eingeschränkten Testbetrieben tatsächlich Regelbetriebe im öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) werden? Das vom Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur geförderte Forschungsprojekt „LEA (Klein-) Bus“ hat sich mit genau dieser Frage beschäftigt. Jetzt wurde dazu ein White Paper als Schlussbericht veröffentlicht.

Das Forschungsprojekt untersuchte unter der Leitung der PTV Group die Voraussetzungen für und Einsatzmöglichkeiten von automatisiert und elektrisch fahrenden (Klein-) Bussen im öffentlichen Nahverkehr. Die Wissenschaftler*innen beleuchteten dabei das Thema von allen Seiten: Angefangen beim Status Quo und den aktuellen Hindernissen bis hin zur nötigen technischen Reife. Von der Gestaltung der Infrastruktur und rechtlichen Aspekten über Fragen des Betriebs und der Wirtschaftlichkeit in verschiedenen Einsatzfeldern bis hin zur Akzeptanz in der Gesellschaft. Bisherige Erfahrungen aus internationalen Testbetrieben flossen genauso in die Untersuchung mit ein wie Expert*innen-Interviews und Befragungen von Behörden sowie der Bevölkerung.

Wichtiger Bestandteil der Studie war darüber hinaus eine virtuelle Analyse der unterschiedlichen Einsatzmöglichkeiten von vollautomatisierten und vernetzten Fahrzeugen. Wie kann der Regelbetrieb aussehen, wenn alle Hürden erst einmal aus dem Weg geräumt sind? Am konkreten Verkehrsmodell der Region Stuttgart, erstellt mit PTV Visum, betrachteten die Forscher*innen drei verschiedene Verkehrsräume:

  • Wohnquartier am Rande einer Großstadt mit S-Bahnanschluss (Stuttgart-Rohr)
  • Mittelstadt mit Kernbereich und peripheren Stadtteilen (Stadt Göppingen)
  • Landgemeinde (Oberes Filstal mit fünf kleineren Gemeinden)

In diesen Räumen wurden je zwei Szenarien durchgespielt. Zum einen die Betriebsform Linienverkehr mit Fahrplan- und Haltestellenbindung, zum anderen nachfrageorientierter, so genannter On-Demand-Verkehr mit Kleinbussen ohne Fahrplan- und Haltestellenbindung – jeweils mit vollautomatisierten und elektrischen Fahrzeugen.

Die Simulation unter Berücksichtigung der realen Verkehrsnachfrage konnte zeigen, dass der Einsatz von selbstfahrenden Fahrzeugen im ÖPNV, insbesondere von Kleinbussen, eine Vielzahl neuer Möglichkeiten für eine flexiblere Angebotsgestaltung und Betriebsorganisation eröffnet und die Betriebskosten unter bestimmten Bedingungen gegenüber dem heutigen ÖPNV deutlich sinken.

„Besonders viel Potenzial ergibt sich für den fahrerlosen On-Demand-Verkehr in nachfrageschwachen Gebieten wie im ländlichen Raum, wo heute nur selten ein Bus fährt. Im städtischen Umfeld können Randgebiete und -zeiten gut bedient werden“, erklärt Prof. Dr. Christoph Walther von PTV. „Gibt es allerdings eine hohe Nachfrage und nur eingeschränkte Möglichkeiten, um Fahrten zu bündeln, können schnell sehr große Fahrzeugflotten erforderlich sein, die den Betrieb unwirtschaftlich machen. Egal ob Großstadt oder Landgemeinde – es kommt immer auf die konkreten Rahmenbedingungen vor Ort an. Deshalb sind Simulationen, die mögliche Auswirkungen des Fahrzeugeinsatzes zeigen, besonders wichtige Werkzeuge.“

Die Ergebnisse des Forschungsprojekts zu den notwendigen und wünschenswerten Rahmenbedingungen flossen in ein White Paper ein, das sich vor allem an Städte Landkreise, Kommunen und Planer richtet. Zum Downloaden: http://ptv.to/lea

Über das Forschungsprojekt LEA (Klein-) Bus

Das zwei Jahre (2017-2019) laufende Projekt „LEA (Klein-) Bus – Erforschung der Voraussetzungen und Einsatzmöglichkeiten von automatisiert und elektrisch fahrenden (Klein-) Bussen im ÖPNV“ wurde von einem Konsortium aus PTV Planung Transport Verkehr AG (Leitung), PTV Transport Consult GmbH, dem Karlsruher Institut für Technologie (KIT) und der Beratungs- und Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Rödl & Partner GbR bearbeitet.

 

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PTV. The Mind of Movement

Die PTV Group betrachtet Verkehr und Logistik als Ganzes, um Mobilität zukunftsfähig zu gestalten. Ausgezeichnet als Weltmarktführer entwickelt das Unternehmen intelligente Softwarelösungen für die Transportlogistik, die Verkehrsplanung und das Verkehrsmanagement. Das hilft Städten, Unternehmen und Personen dabei, Zeit und Kosten zu sparen, Straßen sicherer zu machen und Auswirkungen auf die Umwelt zu minimieren. Die PTV setzt ihr weltweit einzigartiges Expertenwissen zu allen Facetten der Mobilität dafür ein, dass Menschen und Güter rechtzeitig, sicher und ressourcenschonend ihre Ziele erreichen.

Mehr als 2.500 Städte setzen PTV-Produkte ein. Transporte in über einer Million Fahrzeugen werden mit PTV-Software geplant. Das Europäische Verkehrsmodell, das den gesamten Personen- und Güterverkehr in Europa abdeckt, wird mit PTV-Software entwickelt. Auch dafür arbeiten rund um den Globus über 900 Kolleginnen und Kollegen mit Leidenschaft an leistungsstarken Lösungen. Der Hauptsitz im Herzen der Technologieregion Karlsruhe ist Entwicklungs- und Innovationszentrum. Von hier aus plant und optimiert die PTV seit 1979 alles, was Menschen und Güter bewegt.

Die deutsche Gesellschaft PTV Planung Transport Verkehr AG ist ein Unternehmen der PTV Group. www.ptvgroup.com.

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„LEA (Klein-) Bus“ untersuchte, was nötig ist, damit automatisierte Busse auf unseren Straßen fahren können.

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Prof. Dr. Christoph Walther, Head of Global Research bei der PTV

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